Mittwoch, 27. April 2011

My Dschungelcamp

Endlich ist es soweit! Der Koffer ist gepackt und ich warte auf das Taxi, welches mich zum Flughafen bringen soll. Während ich auf meinem Bett sitze überlege ich bei welchem Gewinnspiel ich denn mitgemacht haben soll, so das ich einen 14-tätigen Urlaub in Australien gewonnen habe. Meine Gedanken werden abrupt von der Türklingel unterbrochen und ich eile hinaus um ja den Taxifahrer nicht warten zu lassen. Als ich in das Taxi steige fällt mir die hohe Ähnlichkeit des Fahrers mit Günther Jauch auf. Ich unterdrücke die Frage ob das heimliche Beklauen der Stern-TV Gäste nicht mehr rentabel ist seitdem nur noch HartzIV-Empfänger mit einer unheilbaren Krankheit eingeladen werden. Immerhin möchte ich nicht bis zum Flughafen laufen müssen.
Am Flughafen angekommen empfängt mich ein verblüffend gutes Rach-Double welches selbst nach mehrmaliger Nachfrage schwört er hieße Jamal und käme aus Nigeria. Solangsam fange ich an dem gewonnen Urlaub zu zweifeln. Mein Unbehagen weicht auch nicht als ich Jenifer und Mirko treffe, die wohl auch diesen Urlaub gewonnen haben sollen. Ich wusste, dass sie niemals an einem Gewinnspiel teilnehmen würden, da sie sich am Set von Abschlussklasse 07 immer darüber lustig machten. Eigentlich war ich froh als die beiden nicht mehr in Abschlussklasse 08 mitspielten und ich wieder eine Rolle bekam. Der Sender begründete meine wiederholte Besetzung damit, dass ich zu dumm für einen Schulabschluss sei und man dem Publikum doch keine falschen Hoffnungen machen wolle.
Es kommt eine Durchsage, dass wir drei uns an Gate 12 einfinden sollen, da unser Jet dort auf uns warten würde. Wir machen uns auf den Weg und ich erblicke im vorbei gehen aus dem Fenster ein Flieger von RTL der gerade an ein Gate anrollt. Als wir einchecken und den Flieger betreten bemerke ich, dass das Flugzeug voll ist mit C und D Promis wie Detlef D! Soost, Mark Medlock und Gregor Gysi. In dem Moment wird mir klar, dass wir alle Geiseln von RTL sind und die Wachen an den Ausgängen vermitteln den unmissverständlichen Eindruch, dass es kein Entkommen gibt.
Nachdem das Flugzeug abgehoben hat wird das Mittagessen serviert. Die Mahlzeit besteht aus noch lebenden Mehlwürmern, Kangoroo-Hoden und der Begründung, dass wir uns ja sowieso daran gewöhnen müssen. Ich lehne dankend ab.
Der Flug dauert mehrere Stunden und als wir Australien erreichen kann man das überschwemmte Gebiet von den Flugzeugfenstern sehen. Trotz der Tatsache, dass wir mehrere tausend Fuß über der Erde sind kann man den Gesichtern der Menschen auf den Dächern ihrer wasserumringten Häuser   einen Gedanken entlocken wenn sie unseren Flieger bemerken. “Wenigstens geht es uns nicht so schlecht.”
Wir werden hinaus geführt und durch den Dschungel gelotst zu einer Stelle wo bereits Hängematten und eine Feuerstelle aufgebaut sind. Natürlich ist mir bereits klar, dass wir nun unfreiwillige Gäste im Dschungelcamp sind, jeder unserer Schritte im Fernsehen übertragen wird und zu allem übel noch von einem schlachtreifen Vegetarier sowie einer infantilen Dame, die ihre Blondierung wohl ein paar mal zu oft oral eingenommen hat, kommentiert.
Ich entscheide mich für das einzig Richtige. Nichts tun. Ich lehne einfach jede Prüfung ab in der Hoffnung möglichst bald raus gewählt zu werden.

Tag 1: Ich wurde ausgewählt die erste Prüfung zu machen. Ich lehne ab und mit ein bisschen Glück bin ich morgen schon wieder im Flieger in Richtung heimat.

Tag 2: Wir haben nichts zu essen weil ich die gestrige Prüfung abgelehnt habe. Merkwürdigerweise bin ich beim Voting aber ganz weit oben und muss die heutige Prüfung auch wieder machen.

Tag 3 So langsam knurrt der Magen schon sehr heftig. Mein antisoziales Verhalten gefällt wohl den Zuschauern und mir bleibt nichts anderes übrig als das beste daraus zu machen. Bin schon am überlegen die heutige Prüfung zu versuchen.

Tag 4: Die anderen verschwören sich schon gegen mich. Der Anführer ist Gysi der mit stalinistischen Parolen die Meute zusammen schweißt. Nur eben ohne Russisch.

Tag 5: Als D! Mark ein paar neue “Moves” zeigen will, schleiche ich mich davon auf der Suche nach etwas essbarem. Ich werde auch schnell fündig und sammle ein dutzend der so schön in allen Farben glänzenden Frösche ein.

Tag 12: Ich habe keine Errinerung mehren die letzten Tage und glaube die Frösche könnten der Grund sein. Zu meiner Verwirrung beitragend werde ich plötzlich von den anderen Campinsassen als Held gefeiert. Ich vermute stark, dass es etwas mit den Knochen zu tun haben könnte die überall im Camp verstreut herum liegen und von Größe und Statur Dirk Bach gehören könnten.

Tag 13: Das Camp gehört uns! Wir haben das RTL-Team erschlagen, die Leichen verspeist und ich wurde zum Dschungelkönig gekrönt.

Tag 14: Ich habe eine Armee aufgestellt mit den C und D Promis des Camps, ein paar Affen und allerlei sonstiger Duschngeltiere. Als erste Amtshandlung erkläre ich dem deutschen Fernsehen den Krieg.

Tag 15: Wir finden aus dem Dschungel nicht mehr raus…