Montag, 16. Mai 2011

Die Herausforderun des Integrals

Ein eisiger Hauch weht mir ins Gesicht während ich vor dem Eingang des Dungeon mich mental auf die Herausforderung vorbereite. Ich buffe mich noch ein letztes mal mit Nikotin, Koffein und betrete dann den Dungeon. Die schwere Holztür knarrt leise als ich sie öffne und durch sie die Halle der unnützen Lehren betrete.Ich weiß ganz genau wo ich hin muss, doch ich weiß genauso gut , dass ich zunächst einmal die Treppe der tausend Stufen überwinden muss. Eine Treppe die gepflastert ist mit hunderten von sinnentleerten Spektralen welche nach Abschluss des Dungeon gehirngewaschen in die Welt entlassen wurden. Bin mir auch dessen bewusst doch es führt kein Weg daran vorbei. Ich atme ein letzte mal tief durch bevor ich den Versuch starte die Treppe empor zu klimmen. Jede Stufe schmerzt vor Anstrengung in meinen tabakzerfressenen Lungenflügel und erreicht seinen Höhepunkt gleichzeitig mit der letzten Stufe. Während ich die Tür des Dungeonflügels, der sich liebevoll Zimmer 41 nennt, öffne, erblicke ich den Saal der Prüfung wo bereits knapp 40 Mitstreiter auf mich warten und den einzigen freien Platz den ich sogleich in Beschlag nehme. Alsbald ich mich setze öffne ich schon den Rucksack um die letzten Vorbereitungen zu treffen. Bestehend aus Bufffood und Waffen. In diesem Fall Stift, Papier, Grafischer Taschenrechner, Brezel und Cola. Kaum ausgepackt wird auch schon die erste Prüfung eröffnet. Die Blätter des Pflichtteils liegen schon, mich verhöhnend angrinsend, vor mir auf dem Tisch und die Macht des Integrals scheint mich entwaffnet zu haben. Der Grafische Taschenrechner ist total unbrauchbar und die einzige Möglichkeit ihn zu reaktivieren ist die Prüfung Pflichtteil zu absolvieren. Sogleich nehme ich den Stift zur Hand und greife an. Kaum sehe ich den ersten Gegner bin ich bereits gelähmt vor Unwissenheit. Ich krame hektisch in dem spärlich ausgestatteten Repertoire an wissen und werde erwartungsgemäß nicht fündig. Hähmisch grinsend  sieht mich das e^x=12 an und verzweifelt versuche ich es mit einem natürlichen Logarythmus zu erschlagen. Es hat funktioniert, aber durch dessen Tot habe ich nur den nächsten noch stärkeren Gegner hervor gerufen. Ich kämpfe tapfer weiter bis alle Gegner besiegt zu sein scheinen. Die nächste und letzte Prüfung ist frei geschaltet. Der Wahlteil. Ich stehe auf, nehme die Leichen der ersten Prüfung mit und gebe sie beim Dungeonaufseher ab. So gleich wird mir ein zweites Blatt mit dem Wahlteil in die Hand gedrückt. Ich gehe zurück zu meinem Platz und freue mich endlich wieder den Taschenrechner benutzen zu können. Denken ist viel zu anstrengend. Während ich den GTR auspacke fällt mir auf, dass ich das Buch der tausend Wahrheiten vergessen habe. Umgangssprachlich auch "Formelsammlung" genannt. "Egal", denke ich mir und setze all meine Hoffnungen in den GTR. So gleich hämmer ich die ersten Formeln in das Wunderinstrument hinein. Doch was ist das? Ich muss feststellen, dass die Macht des Integrals stärker ist als ich dachte. Denn jedes mal wenn ich versuche eine Formel zu entschlüsseln zeigt mir der Taschenrechner einen neuen Fehler an. So wie "Error: Window Range", "Divided by zero" oder "Sorry, you are too stupid for this quest". Deprimiert verscuhe ich weiter Lord Integral zu bezwingen. Jedoch ohne ersichtlichen Erfolg. Wieder steh ich auf, nehme die noch mehr als nur zuckenden Leichen mit und gebe die zweite Prüfung ab. Ich packe meine Ausrüstung zusammen und verlasse halb erleichtert, halb frustriert den Dungeon.
Epilog:
Zwei Wochen sind nun vergangen seit meinem Scheitern gegen Lord Integral. Ich setze mich auf meinen üblichen Platz in Verteidigung gegen die dunklen Mathekünste. Zu meiner Überraschung verkündet der Dungeonaufseher, dass die Auswertung des Dungeon nun endlich vollendet sei und ich die Prüfung am besten bestanden habe. So gut wie sonst kein anderer Kämpfer seit Einführung der Herausforderung. Freudestrahlend wird mir die Arbeit ausgehändigt. Ich schaue sogleich auf das Blatt und erspähe die 3 von 15 Punkten.

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