Als meine Freundin schwanger wurde, war noch nichts schlimmes daran. Erst als sie anfing meinen Kühlschrank wie Kirby leer zu saugen machte ich mir sorgen. Sie schaffte es innerhalb von einer Woche meinen ganzen Monatslohn zu verfressen. Spätestens da fragte ich mich wie unser Kind denn aussehen werde. Die Vorstellung an Jabba the Hut lies mich erzittern. Ich sah mich schon in einer dunklen Wüstenhöhle stehen und wie ein kleiner Mülleimer auf Rädern eine Projektion zeigte in der ich als Geschenk für das dicke Ungetüm erklärt wurde. An ihren Stimmungsschwankungen litt ich am meisten. Sie wechselte zwischen "Ich bin soo fett und häslich" und "lass es hier auf der Bahnhofstoilette treiben". Zumindest konnte ich bei der ersten Aussage zustimmen. Zu allem Übel verdunkelten sich meine Träume von Nacht zu Nacht. Am schlimmsten waren die Träume, in denen sich meine Freundin solange wie ein Luftballon aufblähte bis sie platzte und stattdessen Cindy aus Marzahn vor mir stand und mich hungrig anblickte. Wenn wir zum McDonalds fuhren aß ich einen kleinen Salat. Besser gesagt, ich aß eine kleine Tomate während sie die Vorräte des McDonals schon verschlungen und danach noch meinen Salat wollte. So zogen wir wie ein Heuschreckenschwarm von Filiale zu Filiale bis wir endgültiltig überall in Deutschland Hausverbot bekamen, da sie eines Tages eine Gruppe Kinder mit dem Kindermenü verwechselt hat.
Irgendwann hatten wir uns damit beholfen, das wir bei jedem Lieferservice angerufen und die gesamte Karte bestellt haben. An jedem Abend. Meine Freundin finanzierte ich mich mittlerweile nicht mehr allein durch meine reguläre Arbeit sondern mit einem Spendenaufruf aus dem Internet. Ich habe eine hübsche Webside erstellt worin ich mein Problem schilderte. Als Shockbild habe ich ein Foto reingestellt von Ottfried Fischer, der gerade eine Schweinshälfte verschlingt mit der Unterschrift "Als nächstes bin ich dran". Trotz der vielen Spenden reichte das Geld nicht aus. Ich musste das Biest andersweitig besänftigen. Also entschloss ich einen DVD Abend zu machen.
Vielleicht war es nicht die beste Idee. Zu mal sie die zweite Couch zu dem Zeitpunkt auch schon gebraucht hat. Zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass sie sich total darauf gefreut und mir die Erlaubnis gegeben hat die Filme auszusuchen. Als ich aber von der Videothek kam mit allen 3 Alien Teilen war sie nicht mehr so begeistert.
Dann saß sie nur noch apathisch da und flüstert leise: "Ich muss es töten bevor es mich tötet!"
Danach wurde Sex wieder interessant. Vor dem DVD Abend erdrückte sie mich mit ihrem gesamten Körpergewicht und aß nebenher die Menükarte von Burgerking. Mein Röcheln war nicht unbedingt durch die Lust hervorgerufen. Durch das Trauma bedingt musste ich sie letztendlich ans Bett fesseln, was sich deutlich schwieriger gestaltete als gedacht. Dafür musste ich mich während des Aktes nur noch lediglich vom Gesicht fern halten.
Irgendwann waren die neun Monate vorbei und meine Odysse sah ich dem Ende entgegen. Als die Wehen einsetzten war bereits klar, dass es eine Hausgeburt werden würde, da keine Spedition einem Schwertransport in dieser Gewichtsklasse zustimmte. Schon bevor der Arzt eintraf ging es los. Die Bauchdecke pulsierte bis sie aufplatzte und ein kleines Alienbaby heraussprang. Soviel stand fest: Mein Kind war es schonmal nicht. Soviel zu dem Thema treue. Mit Freudentränen beobachtete ich das Schauspiel wie das Neugeborene ihre Wirtin aufaß. Genüßlich zerkaute das kleine die letzten Knochen mit dem zweitem Mund, der aus dem ersten Mund heraustrat. Sofort schloß ich das kleine in mein Herz. Da es anders war als andere Kinder zogen wir nach Leipzig, wo es durch die fehlende Kopfbehaarung kaum auffiel.
Jetzt ist der kleine Kevin neun Jahre alt und das Verschwinden von vorwiegend ausländischen Mitschülern fiel bisher auch nicht auf.
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